Eine defekte Lambdasonde beeinflusst direkt das Luft-Kraftstoff-Gemisch im Motor. Die Folge: höherer Verbrauch, Leistungsverlust und mögliche Schäden am Katalysator. Wer die Symptome erkennt, spart teure Reparaturen.
Die Antwort lautet: Gefährlich wird es vor allem für Motor und Katalysator – weniger für deine unmittelbare Fahrsicherheit.
Die Lambdasonde misst den Restsauerstoff im Abgas und meldet die Werte an das Motorsteuergerät. Dieses passt daraufhin die Einspritzmenge an. Funktioniert die Sonde nicht korrekt, läuft der Motor entweder zu fett oder zu mager. Beides ist auf Dauer problematisch.
Was macht die Lambdasonde eigentlich?
Die Lambdasonde sitzt im Abgasstrang – meist vor und teilweise zusätzlich hinter dem Katalysator. Sie misst das Verhältnis von Luft zu Kraftstoff. Der ideale Wert liegt bei Lambda 1. Das entspricht einem stöchiometrischen Mischverhältnis von etwa 14,7:1 bei Benzinmotoren.
Das bedeutet: 14,7 Teile Luft auf 1 Teil Kraftstoff.
Weicht dieser Wert ab, korrigiert das Steuergerät die Einspritzmenge in Echtzeit.
Welche Symptome treten bei einer defekten Lambdasonde auf?
Typische Anzeichen sind erstaunlich eindeutig:
• Motorkontrollleuchte leuchtet
• Ruckeln beim Beschleunigen
• Erhöhter Kraftstoffverbrauch
• Unruhiger Leerlauf
• Leistungsverlust
• Abgasgeruch intensiver als üblich
In vielen Fällen speichert das Steuergerät einen Fehlercode, der bei der Diagnose ausgelesen werden kann.
Ein häufiges Szenario: Das Fahrzeug fährt zunächst scheinbar normal. Erst bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass der Verbrauch um ein bis zwei Liter gestiegen ist.
Wie gefährlich ist eine defekte Lambdasonde wirklich?
Kurzfristig ist das Fahrzeug meist noch fahrbereit. Es besteht kein akutes Unfallrisiko. Die eigentliche Gefahr liegt im Langzeitschaden.
Läuft der Motor dauerhaft zu fett, gelangt unverbrannter Kraftstoff in den Katalysator. Dieser kann überhitzen und im schlimmsten Fall zerstört werden.
Ein neuer Katalysator kostet schnell 800 bis 2.000 Euro – je nach Modell sogar mehr.
Läuft der Motor zu mager, drohen hingegen:
• Überhitzung
• Ventilschäden
• Kolbenprobleme
Die Reparaturkosten steigen dann deutlich.
Warum fällt eine Lambdasonde aus?
Die Sonde ist ein Verschleißteil. Ihre Lebensdauer liegt meist zwischen 120.000 und 160.000 Kilometern.
Häufige Ursachen:
• Alterung durch Hitze
• Ölrückstände im Abgas
• Defekte Zündkerzen
• Kurzstreckenbetrieb
• Undichtigkeiten im Abgassystem
Besonders bei älteren Fahrzeugen von Herstellern wie Volkswagen, BMW oder Mercedes-Benz tritt das Problem regelmäßig auf.
Was passiert, wenn man weiterfährt?
Viele fragen sich: Kann ich mit einer defekten Lambdasonde weiterfahren?
Technisch ja – aber nur kurzfristig.
Ein strukturierter Blick hilft:
Zuerst steigt der Verbrauch. Danach verschlechtert sich die Abgasqualität. Anschließend kann der Katalysator Schaden nehmen. Wird das ignoriert, folgen teure Folgeschäden.
Je länger man wartet, desto höher das Risiko.
Welche Kosten entstehen bei einer Reparatur?
Die Preise hängen vom Fahrzeug und der Anzahl der verbauten Sonden ab.
| Position | Kosten |
|---|---|
| Lambdasonde (Teil) | 50–250 € |
| Einbau | 80–200 € |
| Gesamtkosten | 130–450 € |
Bei manchen Modellen sind zwei oder sogar vier Sonden verbaut. Dann steigen die Kosten entsprechend.
Verglichen mit einem defekten Katalysator ist der Austausch der Lambdasonde jedoch überschaubar.
Kann man die Lambdasonde selbst wechseln?
Mit etwas Erfahrung ist das möglich. Die Sonde sitzt im Abgasrohr und wird mit einem speziellen Steckschlüssel gelöst.
Wichtig dabei:
• Motor abkühlen lassen
• Rostlöser verwenden
• Gewinde nicht beschädigen
• Stecker korrekt verbinden
Wer unsicher ist, sollte die Werkstatt wählen. Eine falsch eingebaute Sonde liefert fehlerhafte Werte.
Woran erkennt man, ob es wirklich die Lambdasonde ist?
Eine eindeutige Diagnose erfolgt über das Auslesen des Fehlerspeichers. Typische Fehlercodes beginnen mit „P0130“ oder ähnlich.
Zusätzlich kann eine Live-Datenanalyse zeigen, ob die Sonde korrekt zwischen mager und fett schwankt.
Bleibt der Wert konstant oder reagiert verzögert, ist die Sonde wahrscheinlich defekt.
Unterschied zwischen Regel- und Diagnosesonde
Moderne Fahrzeuge besitzen meist zwei Sonden:
• Vorkat-Sonde (Regelsonde)
• Nachkat-Sonde (Diagnosesonde)
Die Regelsonde beeinflusst direkt das Gemisch. Die Diagnosesonde überwacht die Funktion des Katalysators.
Ist nur die Nachkat-Sonde betroffen, ist die Gefahr für den Motor geringer – die Abgaswerte stimmen jedoch nicht mehr optimal.
Kann eine defekte Lambdasonde die Hauptuntersuchung gefährden?
Ja. Eine fehlerhafte Sonde kann dazu führen, dass die Abgaswerte außerhalb der Grenzwerte liegen.
Folge: Keine Plakette.
Spätestens bei der AU fällt der Defekt auf.
Wie kann man einem Ausfall vorbeugen?
Ein paar einfache Maßnahmen helfen:
• Zündkerzen regelmäßig wechseln
• Hochwertigen Kraftstoff nutzen
• Motoröl nicht überfüllen
• Abgasanlage dicht halten
• Fehlermeldungen nicht ignorieren
Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer deutlich.
Häufige Fragen zur defekten Lambdasonde
Kann ich mit leuchtender Motorkontrollleuchte weiterfahren?
Ja, aber nur kurzfristig. Ein Werkstatttermin sollte zeitnah erfolgen, um Folgeschäden zu vermeiden.
Erhöht sich der Verbrauch stark?
Oft um 10–20 Prozent. Das fällt vor allem bei längeren Fahrten deutlich auf.
Kann die Lambdasonde ruckeln verursachen?
Ja. Falsche Gemischwerte führen zu unruhigem Motorlauf und Leistungsabfall.
Ist ein Austausch dringend?
Wenn Symptome auftreten oder ein Fehlercode vorliegt, sollte der Wechsel nicht aufgeschoben werden.
Wie lange dauert der Austausch?
In der Regel 30 bis 60 Minuten.
Wird der Motor dauerhaft beschädigt?
Nur bei längerer Missachtung. Kurzzeitig entstehen meist keine bleibenden Schäden.
Fazit
Eine defekte Lambdasonde ist kein akutes Sicherheitsrisiko, kann jedoch erhebliche Folgekosten verursachen. Besonders der Katalysator leidet unter falschem Luft-Kraftstoff-Gemisch. Symptome wie erhöhter Verbrauch, Ruckeln oder eine leuchtende Motorkontrollleuchte sollten ernst genommen werden.
Der Austausch ist vergleichsweise günstig – das Ignorieren dagegen teuer. Wer früh reagiert, schützt Motor, Umwelt und Geldbeutel.